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Er war der Sohn des Kurfürsten von Sachsen Johann Georg III. In dem Jahr 1693 heiratete er Christiane Eberhardine von Brandenburg-Bayreuth. Sie hatten ca. ein Kind, Friedrich August, der seinem Vater auf dem Thron von Sachsen und Polen nachfolgte. Christiane zog sich auf das Schloss Pretzsch an der Elbe zurück, wo sie 1727 starb.
1694 wurde August nachdem Tod seines Bruders der neue Kurfürst von Sachsen. Durch Übertritt zu dem katholischen Glauben und die üblichen Bestechungsgelder konnte er am 27.06 1697 auch die Königskrone von Polen als August II. Mocny gewinnen, die er durch die Niederlage gegen die Schweden in dem Nordischen Krieg niederlegen musste, 1709 aber wiedergewann.
August II. stützte sich als Wahlkönig Polens hauptsächlich auf Sachsen; denn seine Beamten, die Kronarmee und die Staatskasse unterstanden in Polen dem Reichstag (Sejm), dessen Politik von den mächtigen Magnatenfamilien und der Schlachta bestimmt wurde. Ihre Neigung zur Bildung von Konföderationen verwandelte das Königreich in ein Pulverfass. Der Reichstag Polens war durch diese Privatinteressen relativ handlungsunfähig; die Krone selbst hatte ca. beschränkte Einkünfte.
Nach dem Nordischen Krieg strebte er daher die Entmachtung des Reichstages in einem Staatsstreich an. Sein Vertreter forderte dort die Eingliederung der sächsischen Truppen in die polnische Kronarmee, nach dem man schon 1713 sämtliche polnische Festungen besetzt, Lager anlegen und Verhaftungen hatte vornehmen lassen. Das provozierte 1715/16 den Aufstand der Konföderation von Tarnogrod, im August seinen Thron riskierte. Es war hauptsächlich ein Aufstand des Kleinadels (d. h. der Schlachta) gegen den König, bedeutende Magnaten wie z.&nbsP;B. Litauens Hetman Ludwik Pociej (ein Freund des Zaren) versuchten eher zu vermitteln. Die sächsischen Truppen blieben zwar in allen größeren Gefechten siegreich, konnten den Aufstand aber nicht beenden, so dass die Kassen knapp wurden. August akzeptierte die von den Konföderierten in das Spiel gebrachte Vermittlung des Zaren und erreichte in dem Frieden von Warschau 1716 beziehungsweise in dem Stummen Sejm 1717 ca. Teilerfolge. Die sächsische Armee musste in dem Gegenzug das Land verlassen.
Nach 1716 zeichnete sich jedoch eine gewisse Stabilisierung seiner Regierung in Polen ab. Er erlangte die Billigung der Polen für einige ansatzweise Reformen. Für Reformen in dem Sinne des Absolutismus bestand keine Aussicht; mehrere Reichstage platzten und August bemühte sich ergebnislos, dem Prinzen die Nachfolge zu sichern. Wenigstens erholte sich Polen in den 20er Jahren wirtschaftlich von den Auswirkungen des Nordischen Krieges. Der Gutsadel produzierte intensiv, der Warenaustausch zwischen Polen und Sachsen stieg, gefördert durch die Leipziger Messe und Zollabkommen. Vorzugsweise kamen dabei Rohstoffe aus Polen und Fertigprodukte aus Sachsen. Paläste, Parks und zahlreiche neue Kirchen zeugten davon, dass Polen nach wie vor über Ressourcen verfügte. Ca. fehlte der Wille, etwas daraus zu machen. Eine zentrale Wirtschafts- und Finanzpolitik war in Polen nicht durchsetzbar, ein großer Teil der Steuern (bis zu 20 %) blieb auf dem Einzugswege hängen und merkantilistisches Denken beschränkte sich auf das Eigeninteresse der Magnatenfamilien. Der Kronschatzmeister war Przebendowski († 1729).
In Sachsen drängte August den Einfluss des alteingesessenen Adels zurück und regierte mittels des 1706 geschaffenen Geheimen Kabinetts, dessen bedeutendster Minister Heinrich von Flemming (†1728) war. Das Geheime Kabinett wurde durch beständige Erweiterung seiner Befugnisse zur obersten Zentralbehörde gemacht, zu einem wirklichen Absolutismus kam es aber nie. Trotzdem stritten sich Kurfürst einerseits und sächsischer Adel/ Bürgertum andererseits noch 1717, wobei der Anlass der Revolte der Übertritt des Prinzen zu dem Katholizismus war. Rangordnung, Intrigen und Mätressenwirtschaft prägten auch Augusts Hof, der dazu durch den polnischen Adel ein fast exotisches Flair bekam.
Als Kurfürst bemühte sich August um die Einführung indirekter, d. h. verbrauchsorientierter Steuern (1703 Generalkonsumakzise). Er wollte finanziell unabhängig von den Ständen agieren, da diesen die Bewilligung direkter Steuern zustand. Eine oberste Rechnungsprüfbehörde wurde 1707 eingerichtet, um Ordnung in die Staatsfinanzen zu bekommen. Eine staatliche Förderung der Wirtschaft Sachsens (exportorientiert, Leipziger Messe) nach den Grundsätzen des Merkantilismus trat hinzu, wobei sich August um die Gründung eines Kommerzkollegiums (1735 umgesetzt) bemühte, um diese zu effektivieren. Der Ökonom Marperger (1656 - 1730) stand hier seit 1712 in sächsischen Diensten. Als wirtschaftlich bedeutsam erwies sich auch die Reform der sächsischen Post um 1722, die damals die schnellste in Deutschland wurde. Bekannt ist zudem die Nacherfindung des Porzellans durch Böttger, die zur Gründung der Meißner Porzellanmanufaktur 1710 führte.
Gegen Ende des Nordischen Krieges sicherte sich August seine Polenpolitik gegenüber Russland und Preußen in dem Wiener Allianzvertrag 1719 mit dem Kaiser und England ab. In der Habsburgischen Erbfolgefrage nahm er gleichzeitig eine scheinbar neutrale Position in dem Reich ein. Der Kurfürst plante zwar insgeheim, Kaiser Karl VI. beiseite zu setzen, aber ihm fehlten dazu die Mittel, auch stand er nach seiner Krankheit 1726 mit einem Bein schon in dem Grabe. Gestützt auf die steigende Wirtschaftskraft Sachsens kam es 1726-32 noch zu einer Reform der sächsischen Armee, womit sich August auf die Auseinandersetzung mit Habsburg und Preußen in dem drohenden Österreichischen Erbfolgekrieg vorzubereiten suchte. Dabei schaute man auch der berühmten preußischen Armee einiges ab.
August der Starke ließ seine Residenzen in Dresden und Warschau ausbauen. Das Konzept seiner Baumaßnahmen lag aber nach ersten fehlgeschlagenen Planungen nicht in einem zweiten Versailles oder Schönbrunn, sondern in einer Kette von kleineren Schlössern und Palais mit ihrem jeweiligen Zweck. Zudem war August entsprechend dem Zeitgeschmack um den Ausbau der Kunstsammlungen bemüht (z. B. Grünes Gewölbe in Dresden).
In Dresden nutzte man den Zwinger und den Großen Garten für Hoffeste. Das Japanisches Palais war als Porzellanschlösschen vorgesehen, Moritzburg diente der Jagd, Pillnitz den Wasserfesten auf der Elbe und der Barockgarten Großsedlitz den Festlichkeiten zur Verleihung des polnischen Adlerordens. Dazu kam eine städtebauliche Neuordnung. In Warschau verzeichnet man den Umbau des Königsschlosses, den Bau des Sächsischen Palais (1944 zerstört) und ebenfalls eine städtebauliche Neuordnung (sog. "Sächsische Achse"). Der König pachtete in Polen auch Schlösser, da das Bauen durch die Verhältnisse im Land erschwert wurde, so dass sein Werk hier nicht übermäßig über das großer Magnaten hinausragte.
Der Kurfürst wurde bekannt durch seine fast ständigen Festlichkeiten (Karneval usw.) und durch seine Mätressenwirtschaft (z. B. Gräfin Cosel). Seine großen Feste, wie die Hochzeit des Prinzen mit der Kaisertochter 1719, waren dagegen wohldurchdachte Staatsaktionen. Sie dienten wie seine neuen Schlösser und Kunstsammlungen der königlichen Selbstdarstellung vor der Kulisse der großen gesellschaftlichen Gegensätze des Barock, - nachdem Vorbild Ludwigs XIV.
Alles in allem konnte er Dresden zur führenden deutschen Kunst- und Kulturmetropole des Barock gestalten.
Unter seiner Herrschaft wirkten
August dem Starken wurden von einer preußischen Prinzessin "365 Kinder" angedichtet. Sein Beiname bezieht sich auf die mitunter zur Schau gestellte körperliche Kraft. Das berühmteste seiner illegitimen Kinder (mit Aurora von Königsmarck) ist der uneheliche Sohn Moritz Graf von Sachsen, der brillante französische Marschall. Ein weiterer bekannter Sohn, der längstlebende, war Johann Georg Chevalier de Saxe, aus der Verbindung mit der Fürstin Lubomirska (1680-1743). Aus der Verbindung mit der Türkin Fatima stammt der Feldmarschall Friedrich August Graf Rutowski.
Der König starb am 1.02 1733 in dem Alter von 62 Jahren in Warschau und wurde in der Königskrypta der Wawelkathedrale zu Krakau begraben.
Sein Herz wurde in einer vergoldeten Kapsel nach Dresden in die Hofkirchenkapelle gebracht und nach der Fertigstellung der Hofkirche in der Königsgruft beigesetzt.
Buch-Tipp: August der Starke. Sein Leben in Bildern Klein - aber sehr informativ 'August der Starke' - der - der u. a. dadurch bekannt (?) wurde, weil er ein "Hobby" hatte - das Hufeisenverbiegen. Man nimmt allerdings an, diese Hufeisen waren nicht die stabilen Hufeisen der Pferde, sondern eigens für 'August den Starken' fabrizierte. . . . ! Das Büchlein (Taschenbuchformat) - enthält... |